Mit diesem Seufzer unterscheiden wir uns in nichts von Generationen von Omas zuvor, aber der Anlass ist weniger das erfreuliche Wachstum der Enkel, sondern die nächste Prüf!-Demo, die am kommenden Samstag, 12.09.2026 in Potsdam wieder ansteht. Wer angesichts des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt nicht tatenlos zusehen will, wie die ersten Schritte zu einem rechtsradikalen Umbau unserer Gesellschaft unternommen werden, sollte sich der Forderung eines Antrags auf Einleitung der Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht anschließen. Und dies durch Teilnahme an dieser oder einer der nächsten PRÜF!-Demos in Potsdam (oder einer anderen teilnehmenden Landeshauptstadt) oder durch Unterzeichnung der bundesweiten Petition hier mit z.Zt. 1.550413 Unterschriften oder den Brandenburger Aufruf hier, 4.501 UnterzeichnerInnen tatkräftig angehen, jede Stimme zählt.

Und wo wir gerade bei Petitionen sind: Mehr als Tausend Juristinnen und Juristen unterzeichneten einen Aufruf des Republikanischen Anwaltvereins, der ebenfalls für eine Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht plädierte. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt und die sich abzeichnenden Angriffe auf die Zivilgesellschaft hat sich dieser jetzt in Zusammenarbeit mit der Equal-Rights-beyond-Borders-Initiative, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Partei „Die Linke“ eine Webseite „recht-solidarisch.de“ ins Leben gerufen, auf der ab dem 15.09.2026 juristische Orientierungen für die Zivilgesellschaft veröffentlicht werden. Dabei werden Interviews und bereits öffentlich diskutierte repressive Maßnahmen ausgewertet und eine niedrigschwellige juristische Erstorientierung angeboten. Denn:“Autoritärem Handeln kann auch rechtlich begegnet werden“.

Und muss. Allein was das Konfliktfeld Bildung angeht, spielen tiefgehende juristische Fragen eine Rolle. Aber auch und vor allem die Zukunftsfrage für unsere Kinder und Enkelkinder. Die gerade erschienene PISA-Studie läßt einen schaudern. Doch es gibt ein Gegenmittel, dass gerade uns Opas und Omas sehr vertraut ist: Bücher lesen! Ob den Kleinen vorlesen oder die Größeren beim Lesenlernen begleiten, das gehört zur Kernkompetenz von Großeltern, mehr denn je. Denn das allein den Schulen zu überlassen, kommt erstens zu spät und ist zweitens nicht genug. Denn es gibt eine „Lesekrise“. Und auch wenn das Wort „Krise“ inflationär gebraucht wird, ist die Bezeichnung angemessen. Der Bundesverband Leseforderung stellte bereits Anfang 2025 fest, dass ein Viertel der Kinder und Jugendlichen ein unzureichendes Leseverständnis haben. Und naja, PISA, siehe oben. Ein probates Mittel zur Welteroberung ist Lesen allemal, und manchmal ist die Lösung für ein Problem ganz einfach: Gemeinsam lesen. Wie eine solche Lesezeit in der Schule umgesetzt werden kann und was es bringt, haben die KRAUTREPORTER Bent Freiwald und Lea Schönborn hier wunderbar anschaulich beschrieben. Nach erfolgreichem Crowdfunding haben sich die beiden daran gemacht, die Lesekrise zu untersuchen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Da sich Spender gefunden haben, konnten sie sich des Themas intensiv annehmen und haben eine ebenfalls frei zugängliche Serie dazu gestartet, die Übersicht über die Beiträge finden sich hier. Mein Favorit: Zehn Kinderbücher, die auch den Eltern Spaß machen. Und den Großeltern und vielleicht auch den Profis, die die Ausbildung unseres Nachwuchses zu ihrer Aufgabe gemacht haben.
Und die sich jetzt auch nicht zuletzt juristischen Angriffen ausgesetzt sehen, weil sie den designiert Regierenden in Sachsen-Anhalt und ihren Anhängern in der ganzen Republik zu links, zu woke, zu grün, zu rot, zu lila, zu rosa oder ganz einfach zu demokratisch sind. Auch hier braucht es neben der Solidarisierung mit den Lehrkräften (online geht das hier) der ganz konkreten juristischen Hilfestellung, z.B. auch in Form des GEGENRECHTSschutzes, der „Frag den Staat“ in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte organisiert wird. Die hat neben dem Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der A*D auch zahlreiche weitere Rechtsthemen beackert und u.a. auf dem Netzwerktreffen der OMAS GEGEN RECHTS BRANDENBURG im März in Wandlitz zum Versammlungsrecht informiert.
Bei diesem Treffen diskutierten die OMAS auch intensiv mit Menschen aus dem schulischen Bereich von Gymnasium über Berufsschule bis zu Pflegefachschule. Und es zeigt sich deutlich: Bildung und Demokratie lassen sich nicht trennen.
Finden auch die Eltern gegen Rechts und rufen ihrerseits zur Teilnahme an der Prüf!-demo auf. Außerdem lassen sie Bildung und Demokratie auf’s Schönste aufeinandertreffen, nämlich an der Glienicker Brücke:

Demokratie braucht Bildung braucht Demokratie – Bildungswende jetzt! Unter diesem Motto feiern wir ein Protestfest am 19.09.2026, fünf vor zwölf Uhr.
Dazu heißt es auf Instagram
„🧱 Bau mit uns eine Brücke für stabile Bildung!
Komm am 19. September zur Glienicker Brücke, bring deine Erfahrungen mit und verschaffe dir Gehör. Gemeinsam machen wir sichtbar, was schiefläuft – und wie Bildung besser werden kann. ✊
🗓️ Samstag, 19. September 2026
📍 Glienicker Brücke & Wiese an der Schwanenallee
⏰ 11:30 Uhr: Ankommen & Aufstellen – Wichtig: die Brücke wird 11:30 Uhr für den Verkehr gesperrt und es kommen keine Busse oder Autos mehr durch! 🚫 Komm rechtzeitig vor dem Stau! Wir machen vor Ort ein kurzes Briefing und verteilen uns an beiden Brückenenden.
💥 11:55 Uhr: Flashmob-Start – Wir laufen von beiden Seiten aufeinander zu und bilden eine Einheit!
🎉 12:30–15:30 Uhr: Protest-Fest mit Picknick, Speakers’ Corner, Mitmach-Seifenblasen @potsdamerkneipenchor & Zeit für Vernetzung.
Sei dabei – und teile den Beitrag! 🚀“

